Wer bei Print on Demand Hersteller ist
Die Produktsicherheitsverordnung (EU) 2023/988 knüpft die Herstellerrolle an den Namen auf dem Produkt. Hersteller ist, wer ein Produkt herstellt oder herstellen lässt und es unter eigenem Namen oder eigener Handelsmarke vermarktet (Art. 3 Nr. 8). Art. 13 Abs. 1 wiederholt das für alle, die ein Produkt unter ihrem Namen in Verkehr bringen. Bei Print on Demand lässt der Shop herstellen und verkauft unter seinem Namen. Er ist damit in der Regel Hersteller, auch wenn er das Produkt nie in der Hand hatte (euverify).
Für Sie heißt das: Herstellerblock mit Ihren Angaben, Warnhinweise und Sicherheitsinformationen im Angebot, eine interne Risikoanalyse für jede Produktart und Angaben am Produkt.
Was der Druckdienst beitragen kann
Druckdienste kennen ihre Rohlinge. Printful zum Beispiel druckt nach eigenen Angaben in Werken in Spanien, Lettland und Großbritannien (Printful) und beschreibt sich gegenüber Händlern als Fulfilment-Dienstleister. Für Händler mit Sitz außerhalb der EU nennt Printful eine verantwortliche Person in Zypern (euverify). Das erklärt, warum viele Etsy-Verkäufer nach dieser Anschrift suchen.
Hilfreich vom Druckdienst sind vor allem:
- Material und Pflegehinweise der Rohlinge (Textil, Keramik, Papier),
- Hinweise zu Spülmaschine und Mikrowelle bei Tassen,
- Angaben, wo die Kennung auf dem fertigen Produkt steht, etwa auf dem Innenetikett,
- die verantwortliche Person in der EU, falls Sie selbst außerhalb sitzen.
Ob eine Angabe des Druckdienstes für Ihr konkretes Produkt stimmt, müssen Sie als Hersteller verantworten. Lassen Sie sich Zusagen schriftlich geben.
Was in Ihr Angebot gehört
| Angabe | Bei Print on Demand meist |
|---|---|
| Hersteller (Art. 19 Buchst. a) | Ihr Shop mit Postanschrift und E-Mail-Adresse |
| Verantwortliche Person (Art. 19 Buchst. b) | nur, wenn Ihr Unternehmen außerhalb der EU sitzt |
| Identifikation (Art. 19 Buchst. c) | Mockup oder Foto, Produktart, Ihre Artikelnummer |
| Warnhinweise (Art. 19 Buchst. d) | je Produktart, zum Beispiel Pflegehinweise bei Textil, Hinweise zum Gebrauch bei Tassen |
Die Hinweise je Produktart mit Quelle finden Sie unter Warnhinweise Beispiele, Einzelheiten zu Stoffen unter Textilien und zu Tassen unter Keramik und Holz.
Wenn Ihr Sortiment aus vielen Motiven besteht
Print-on-Demand-Shops haben oft Hunderte Angebote, die sich nur im Motiv unterscheiden. Die GPSR-Angaben sind aber je Produktart gleich: Jedes Shirt braucht dieselben Hinweise, jede Tasse auch. Das ist der Fall, für den eine automatische Zuordnung gut passt. Sie laden Ihre Produktliste hoch, zum Beispiel den Export aus Etsy oder Shopify, und bekommen für jedes Angebot Herstellerblock und die passenden Hinweise, für Shopify als Import-Datei mit drei Metafeldern, für Etsy als Textblöcke. 500 Produkte kosten 119 € netto, das sind knapp 0,24 € je Angebot.
Bei Motiven, die sich an Kinder richten, etwa Kinder-Shirts mit Kordel, setzt die Software den Status „weitere Pflichten“, weil dort eigene Normen gelten.
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Häufige Fragen
Ist nicht der Druckdienst der Hersteller?
In der Regel nicht. Wer ein Produkt unter eigenem Namen oder eigener Marke in Verkehr bringt, gilt als Hersteller (Art. 3 Nr. 8 und Art. 13 Abs. 1 GPSR). Der Druckdienst ist dann Lieferant oder Fulfilment-Dienstleister. Verkaufen Sie ausdrücklich unter der Marke des Druckdienstes, kann das anders sein.
Welche Anschrift gehört bei Print on Demand in den Herstellerblock?
Ihre eigene, wenn Sie Hersteller sind: Name, Postanschrift und E-Mail-Adresse. Sitzt Ihr Unternehmen außerhalb der EU, kommt die verantwortliche Person in der EU dazu. Manche Druckdienste nennen dafür eine eigene Stelle in der EU.
Woher bekomme ich Warnhinweise für ein Produkt, das ich nie gesehen habe?
Fragen Sie den Druckdienst nach den Produktdaten des Rohlings, etwa Material, Pflegehinweise und Hinweise zu Mikrowelle oder Spülmaschine bei Tassen. Daraus und aus belegten Bausteinen für die Produktart entstehen Ihre Hinweise.